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München und Luther: Zwei aktuelle Werbestempel

Posted in BRD, Stempel, Werbestempel by Ben on Januar 5, 2009

Zwei halbwegs aktuelle Werbestempel finden heute Eingang in dieses virtuelle Postarchiv. Beide sind ganz und gar nicht spektakulär, aber aufgehoben werden sollen sie schon. Die erste Stempelung findet sich auf einer Postkarte, die am 01.12.2008 das Münchner Briefzentrum 80 durchlief und mit einer Werbung für die dortige Messegesellschaft versehen wurde. Die Stempelung der Dauermarke „Magerite“ zu 45 Cent ist schön sauber, der Werbestempel schwimmt ein bisschen, was ihm aber nicht sonderlich schadet, denn das „Markenzeichen für Messen“ kommt ohnehin sehr schlicht gestaltet daher und erinnert grafisch durchaus an die Geometrie der 1970er.

Stempel Messe München 2008

Etwas interessanter, allerdings dafür nicht so zeitlos, zeigt sich der Werbestempel zur „Fundsache Luther“, den das Briefzentrum Berlin-Mitte (10) zum 09. November 2008 auf diese Postkarte rollte. Im Zentrum der beworbenen Landesaustellung steht eine archäologische Annäherung an die Lebenswelt Martin Luthers  in Mansfeld, Wittenberg und Eisleben und bis zum 26. April 2009 hat man noch Zeit, zum Landesmuseum in Halle oder an einen der „Korrespondenzstandorte“ zu reisen und sich auf die Spuren des Reformators zu begeben. Der Zentrum des Briefstempels trifft die Briefmarke zum 500sten Jubiläum des Gallimarkts in Leer passgenau, der solide gestaltete Werbestempel leidet ein klein wenig an der Markenkante.

Werbestempel Fundsache Luther

Weihnachtswerbestempel 2008

Posted in Werbestempel by Ben on Dezember 15, 2008

Der erste Weihnachtswerbestempel des Jahres und vielleicht auch der einzige durchlief die Beförderstrecke des privaten Postdienstleisters pin und wurde vom Wolterdorfer Zweig des Unternehmensverbunds befördert, der früher unter dem Namen „Speedy Express“ bekannt war. pin klingt tatsächlich etwas professioneller und liefert in der Regel auch so. Philatelistisch sind die privaten Dienstleister der Post AG allerdings nach wie vor sehr unterlegen, was nicht zuletzt eine Kostenfrage sein dürfte. Die Briefmarkengestaltung ist bei letztere auch Verpflichtung aus Tradition und bei ersteren bestenfalls ein sehr kleines Randgeschäft. Die selbstklebenden Barcodes, die man leider mittlerweile meist automatisch am Postschalter auf den Umschlag geklebt bekommt, sofern man nicht rechtzeitig nach Briefmarken verlangt, stellt hier eine Annäherung dar – bedauerlicherweise eine über den Abbau ästhetischer Qualität. Andererseits hört man immer wieder mal, dass vielen Postempfängern die Tatsache, ob die Freimachung per Frankiermaschine, Aufkleber oder Zuschlagsmarke erfolgte, reichlich gleich ist. Als Freund des Mediums Briefmarke darf man sich aber auch so lang und so sehr es geht, gegenstemmen. Die Sondermarken des Jahres 2006 sind am Philatelieschalter in der Berliner Goethestraße nun leider auch nur noch nah an der Vorschrift bis maximal in den Januar hinein erhältlich, wie heute zu erfahren war. In leider vergangenen Zeiten, in denen man auch vor Ort stempeln lassen konnte, ging man damit erfreulicherweise (für die Briefmarkenfreunde) etwas flexibler (oder auch: nachlässiger) um.

Weihnachtswerbestempel der Sparkasse Oder-Spree

Nicht der Grafik höchste Kunst ist Weihnachtswerbestempel der Sparkasse Oder-Spree. Aber manchmal zählt bekanntlich die Geste mehr als die originelle Ausführung. Wir nehmen es mal als Dokument der Privatpostgeschichte des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts in die Sammelbox.

Weihnachtsbriefmarken 2008

Posted in Beleg, BRD, Ersttagsstempel, Sonderstempel by Ben on Dezember 10, 2008

Ein wenig konventionell sind sie schon die Weihnachtssondermarken der Deutschen Post für dieses Jahr. Für die Briefmarke mit Postkartenportowert griff man auf eine Arbeit Albrecht Dürers zurück, für den unten gezeigte 55 (+25) Cent auf Raffaels „Anbetung der Könige“. Die Bildsprache ist also zeitlos traditionell –  bzw. nicht sonderlich mutig. Dem Renaissance-Stil der Marke setzt der Erstagsstempel dagegen ein schönes und geometrisch interessantes Gestirn entgegen und transportiert zugleich eine unschöne und dienstleistungstechnisch traurige Nebenbotschaft: Zum Januar 2009 stellen die einzigen deutschen Post-Filialen, in der man seine Post noch Ersttag stempeln lassen konnte, diesen Dienst ein und wer nun einen Brief mit entsprechend graphisch ansprechender Entwertung versenden möchte, ist gezwungen, den Umweg über die Stempelstelle in Weiden zu nehmen. Das macht man natürlich nicht gern und schon gar nicht so spontan und freudig wie bisher  und daher wird so mancher Berliner Briefmarkenfreund den Weg zur Charlottenburger Goethestraße nicht mehr antreten. Sondermarken gibt es auch am Alexanderplatz und die damit versehenen Briefe müssen dann wohl mit dem normalen Tagesstempel vorlieb nehmen. Der durchschnittliche Sender und Empfänger wird sicher nicht viel vermissen, aber generell geht die Post durchaus einen weiteren Schritt in Richtung Abbau von Vielfalt in der deutschen Philatelie. Und da die Gestaltungsqualität der Stempel sehr ansprechend war, ist es wirklich schade drum.

Brief mit Ersttagsstempel - Weihnachten 2008

Brief mit Ersttagsstempel - Weihnachten 2008