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Weihnachtswerbestempel 2008

Posted in Werbestempel by Ben on Dezember 15, 2008

Der erste Weihnachtswerbestempel des Jahres und vielleicht auch der einzige durchlief die Beförderstrecke des privaten Postdienstleisters pin und wurde vom Wolterdorfer Zweig des Unternehmensverbunds befördert, der früher unter dem Namen „Speedy Express“ bekannt war. pin klingt tatsächlich etwas professioneller und liefert in der Regel auch so. Philatelistisch sind die privaten Dienstleister der Post AG allerdings nach wie vor sehr unterlegen, was nicht zuletzt eine Kostenfrage sein dürfte. Die Briefmarkengestaltung ist bei letztere auch Verpflichtung aus Tradition und bei ersteren bestenfalls ein sehr kleines Randgeschäft. Die selbstklebenden Barcodes, die man leider mittlerweile meist automatisch am Postschalter auf den Umschlag geklebt bekommt, sofern man nicht rechtzeitig nach Briefmarken verlangt, stellt hier eine Annäherung dar – bedauerlicherweise eine über den Abbau ästhetischer Qualität. Andererseits hört man immer wieder mal, dass vielen Postempfängern die Tatsache, ob die Freimachung per Frankiermaschine, Aufkleber oder Zuschlagsmarke erfolgte, reichlich gleich ist. Als Freund des Mediums Briefmarke darf man sich aber auch so lang und so sehr es geht, gegenstemmen. Die Sondermarken des Jahres 2006 sind am Philatelieschalter in der Berliner Goethestraße nun leider auch nur noch nah an der Vorschrift bis maximal in den Januar hinein erhältlich, wie heute zu erfahren war. In leider vergangenen Zeiten, in denen man auch vor Ort stempeln lassen konnte, ging man damit erfreulicherweise (für die Briefmarkenfreunde) etwas flexibler (oder auch: nachlässiger) um.

Weihnachtswerbestempel der Sparkasse Oder-Spree

Nicht der Grafik höchste Kunst ist Weihnachtswerbestempel der Sparkasse Oder-Spree. Aber manchmal zählt bekanntlich die Geste mehr als die originelle Ausführung. Wir nehmen es mal als Dokument der Privatpostgeschichte des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts in die Sammelbox.

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Sonderbriefmarke – Hans Leip (1993)

Posted in BRD, Briefmarke, Stempel, Werbestempel by Ben on Dezember 10, 2008

Hans Leip, den mancher auch unter dem Pseudonym Li-Shan Pe und manch anderer überhaupt nicht kennt, war Seemannsohn, Füsilier im I. Weltkrieg (allerdings mit anderer Bewaffnung, als der Name vermutet lässt) und – so die Sage – bekannt mit Sigmund Freuds Nichte Lilly Marlé, dazu obendrein verliebt in eine Gemüsefrau namens Lili und gleichzeitig in die Krankenschwester eines Militärkrankenhauses, die auf den Namen Marleen hörte. Damit zeichnet er in jeder Hinsicht authentisch für die berühmten sehnsüchtigen  Zeilen über kleen (Lili) Marleen an der Laterne verantwortlich. In adäquater Vertonung und gesungen von Lale Andersen wurde der Text um 1942 zur Soldatenhymne und lief in Heavy Rotation auf dem Soldatensender „Radio Belgrad“.

Am 22. September 1993 wäre Hans Leip 100 Jahre alt geworden, die 90 hat er immerhin beinahe erreicht, denn er starb im Juni 1983. Beinahe passgenau zum Geburtsdatum veröffentlichte die Deutsche Bundespost eine Sondermarke zum Jubiläum (Erstausgabe am 16.09.). Diese zeigt die Brücke Tuledu, die es als Schlager (1931) und als Holzschnitt gibt. In meiner kleinen Sammlung findet sich ein Exemplar, das kurz nachdem der Tag der Einheit das dritte Mal gefeiert werden konnte (und bestimmt auch angemessen gefeiert wurde) vom Postamt Wuppertal 1 ins äußerste Ostdeutschland geschickt wurde und in einem Werbestempel zu Leips Schnitt die Botschaft der Schwebebahnstadt ergänzt, dass man in dieser prima Erlebniseinkaufen kann. Aber ist nicht eigentlich Essen die berühmte Einkaufsstadt in NRW? Die Marke mit dem Briefportowert von 1 DM wurde immerhin fast 24,5 Millionen Mal gedruckt und ist entsprechend nicht gerade eine Seltenheit. Vermutlich nicht einmal als Ganzstück mit dem Zusatzstempel „W – Erlebniseinkauf Wuppertal“. Als mehr Holzschnitt- als Shoppingfreund ist sie mir dennoch des Bemerkens wert.

leip_1993

Weihnachtsbriefmarken 2008

Posted in Beleg, BRD, Ersttagsstempel, Sonderstempel by Ben on Dezember 10, 2008

Ein wenig konventionell sind sie schon die Weihnachtssondermarken der Deutschen Post für dieses Jahr. Für die Briefmarke mit Postkartenportowert griff man auf eine Arbeit Albrecht Dürers zurück, für den unten gezeigte 55 (+25) Cent auf Raffaels „Anbetung der Könige“. Die Bildsprache ist also zeitlos traditionell –  bzw. nicht sonderlich mutig. Dem Renaissance-Stil der Marke setzt der Erstagsstempel dagegen ein schönes und geometrisch interessantes Gestirn entgegen und transportiert zugleich eine unschöne und dienstleistungstechnisch traurige Nebenbotschaft: Zum Januar 2009 stellen die einzigen deutschen Post-Filialen, in der man seine Post noch Ersttag stempeln lassen konnte, diesen Dienst ein und wer nun einen Brief mit entsprechend graphisch ansprechender Entwertung versenden möchte, ist gezwungen, den Umweg über die Stempelstelle in Weiden zu nehmen. Das macht man natürlich nicht gern und schon gar nicht so spontan und freudig wie bisher  und daher wird so mancher Berliner Briefmarkenfreund den Weg zur Charlottenburger Goethestraße nicht mehr antreten. Sondermarken gibt es auch am Alexanderplatz und die damit versehenen Briefe müssen dann wohl mit dem normalen Tagesstempel vorlieb nehmen. Der durchschnittliche Sender und Empfänger wird sicher nicht viel vermissen, aber generell geht die Post durchaus einen weiteren Schritt in Richtung Abbau von Vielfalt in der deutschen Philatelie. Und da die Gestaltungsqualität der Stempel sehr ansprechend war, ist es wirklich schade drum.

Brief mit Ersttagsstempel - Weihnachten 2008

Brief mit Ersttagsstempel - Weihnachten 2008